Blue Exorcist

Der Teenager Rin Okumura lebt mit seinem Zwillingsbruder Yukio bei einem Priester in einem Kloster. Rin gerät regelmäßig in Schwierigkeiten und wird als Problemkind abgestempelt. Doch eines Tages erfährt er, dass er kein gewöhnlicher Mensch ist – sondern der Sohn Satans.

Als sein Ziehvater stirbt, entscheidet sich Rin, Exorzist zu werden – und gegen das Erbe seines dämonischen Vaters zu kämpfen. Er tritt der geheimen „Heiligkreuz-Akademie“ bei, wo Menschen zu Exorzisten ausgebildet werden.

Der erste Band erzählt von dieser Entdeckung, Rins innerem Konflikt und den ersten Schritten auf einem gefährlichen Weg. Dabei treffen religiöse Motive auf klassische Coming-of-Age-Elemente und explosive Action.

Über die Autorin Kazue Katō 

Kazue Katō wurde 1980 in der japanischen Präfektur Tokyo geboren. Bereits in ihrer Jugend interessierte sie sich für Zeichnungen und Fantasyliteratur. Nach ersten Veröffentlichungen als Doujinshi-Zeichnerin startete sie ihre professionelle Karriere im Jahr 2000 mit dem Manga Robo to Usakichi. Der große Durchbruch gelang ihr jedoch 2009 mit Ao no Exorcist (Blue Exorcist), das im Magazin Jump SQ von Shueisha erschien.

Katō ist bekannt für ihren kraftvollen, dynamischen Stil. Ihre Zeichnungen vereinen Elemente aus Action, Urban Fantasy und Horror mit einer klaren Struktur und einem Hang zur Detailverliebtheit. Besonders auffällig ist ihre Fähigkeit, Emotionen – Wut, Zweifel, Verletzlichkeit – in ausdrucksstarke Bilder zu übersetzen.

In mehreren Interviews betont Katō, dass ihr eigenes Familienbild und ihr Interesse an religiösen Symbolen und Mythen in ihre Werke einfließen. Im Gespräch mit dem Magazin Da Vinci sagte sie:

„Ich war ein Kind mit vielen Fragen – über Glaube, Schuld, Gut und Böse. Manga war mein Weg, diese Fragen zu stellen, ohne gleich Antworten liefern zu müssen.“

Im Interview mit Natalie Comics (2011) erklärte sie:

„Mich fasziniert der Moment, in dem jemand seine Herkunft infrage stellt. Wer bin ich? Woher komme ich? Was mache ich mit dem, was mir gegeben wurde?“

„Rin ist ein Charakter, der gegen das kämpft, was ihn definiert – und genau das wollte ich: eine Geschichte darüber, ob man seinem Ursprung entkommen kann oder ihn akzeptieren muss.“

Kazue Katō spricht außerdem offen über den kreativen Druck einer laufenden Serie:

„Es ist nicht leicht, mit der Erwartungshaltung Schritt zu halten. Aber ich glaube, man muss lernen, das Tempo der Geschichte an die Figuren anzupassen – nicht an den Veröffentlichungsplan.“
(Jump SQ Artist Special, 2015)

Kritiken loben ihre Mischung aus rasanter Action und sensibler Charakterentwicklung. Die Website Anime News Network schreibt:

„Blue Exorcist ist mehr als Dämonenjagd – es ist eine Geschichte über Familie, Schuld und den Kampf, seinen Platz in der Welt zu finden.“

Kazue Katō ist bis heute aktiv. Neben dem Manga wurde Blue Exorcist mehrfach animiert, als Roman adaptiert und weltweit in viele Sprachen übersetzt.

Blue Exorcist ist eine der langlebigsten Serien des Jump SQ-Magazins. Nach einer mehrmonatigen Pause kehrte Katō 2022 mit neuen Kapiteln zurück. Die Handlung befindet sich aktuell im finalen Handlungsbogen. Leser:innen weltweit warten gespannt auf den Abschluss der Geschichte rund um Rin Okumura und seine inneren wie äußeren Dämonen.

Anime-Umsetzungen, mehrere OVAs und ein Film haben das Franchise weiter gestärkt. Eine neue Anime-Staffel („Shimane Illuminati Arc“) startete Anfang 2024 in Japan.

Shōnen mit dunkler Fantasy – zwischen Mythos und Moderne

Blue Exorcist ist ein Paradebeispiel für modernen Shōnen-Manga mit Fantasy-Elementen. Shōnen richtet sich primär an ein jugendliches, meist männliches Publikum, doch Serien wie diese sprechen längst ein breiteres Leserspektrum an.

Typische Merkmale:

  • Ein jugendlicher Protagonist mit verborgenen Kräften
  • Themen wie Freundschaft, Überwindung von Schwächen, Rivalität
  • Kämpfe, Prüfungen, persönliche Entwicklung

In Blue Exorcist verschmilzt dies mit religiöser Symbolik: Engel, Dämonen, Exorzisten, geheime Orden. Dabei greift Katō auf jüdisch-christliche, buddhistische und okkulte Einflüsse zurück und mischt sie mit Popkultur. Historisch gesehen bedient sich Shōnen Fantasy seit den 1990ern zunehmend bei religiösen und spirituellen Themen (z. B. Neon Genesis Evangelion, D.Gray-man, Fullmetal Alchemist). Katō reiht sich in diese Tradition ein.

Unsere Meinung zu Blue Exorcist

Im Rikoki Lesekreis haben wir unsere positiven und negativen Eindrücke diskutiert. Hier ein paar Ausschnitte davon:

„Die Zeichnungen sind mega – vor allem bei den Kampfszenen. Aber die Übergänge zwischen den Szenen waren mir manchmal zu schnell. Ich hätte mir ein bisschen mehr Ruhe zwischendurch gewünscht.“

„Ich fand Yukio fast spannender als Rin. Dieses stille Leiden, das hat mich echt berührt. Ich hoffe, dass er noch mehr Raum bekommt in den späteren Bänden.“

„Die Zeichnungen sind stark, vor allem in den Kämpfen. Manchmal ging mir die Handlung aber zu schnell von Szene zu Szene.“

„Die Mischung aus Action und persönlichem Drama hat mir gut gefallen. Rin ist kein einfacher Held, aber gerade das macht ihn interessant.“

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